Welche Psychotherapieform ist die Richtige?

Die recht einfache Antwort lautet:
Die, bei der ich mich gut fühle und die mir hilft.

Auch hier ist es sinnvoll, dass Du Dich in einem Beratungsgespräch ausführlich über mögliche Herangehensweisen informierst.

Hier unser kurzer Überblick über die üblichen ambulanten Psychotherapien (Punkte 1-4)
im Vergleich zur Synergetischen Psychotherapie - Neuronal Balance (Punkt 5):

1. Die Psychoanalyse oder analytische Psychotherapie

Dieses Konzept orientiert sich an der klassischen Psychoanalyse nach Sigmund Freud. Als Ursachen für psychische Probleme werden hier zumeist aus der Kindheit stammende und unbewusst weiter wirkende Konflikte angenommen. 

Während der Therapie wird im Gespräch versucht, diese Konflikt-Zusammenhänge zu erkennen und bewusst zu machen, wobei auch das Deuten der Träume (aus dem Sichtwinkel des Therapeuten) einbezogen wird. Der Patient soll durch diese Bewusstmachung "nachreifen" und damit seine Probleme loswerden können. Eine Auflösung der Konflikt-Ursachen im Unterbewussten ist kein Bestandteil der Therapie. Das Gespräch findet in der Regel ohne Blickkontakt statt.

Diese Therapie erstreckt sich im Allgemeinen über mehrere Jahre und beinhaltet ein bis zwei Sitzungen von je 50 Minuten Dauer pro Woche. Da sie anerkannt ist, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen auf Antrag mehrere Hundert dieser Sitzungen. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz kann mehrere Monate betragen.

2. Die tiefenpsychologische Psychotherapie

Sie hat die gleichen Wurzeln wie die Psychoanalyse, legt aber mehr Gewicht auf Fragen und Konflikte der aktuellen Gegenwart sowie auf die Beschäftigung mit konkreten Zielen. Neben den Kindheitskonflikten werden auch aktuelle Konflikte und traumatische Ereignisse als Problemursache angenommen.

Der Therapieablauf gleicht dem der Psychoanalyse (jedoch mit Blickkontakt) und beinhaltet das Herausarbeiten und Bewusstmachen biografischer Zusammenhänge. Eine Auflösung der Konflikt-Ursachen findet ebenfalls nicht statt.

Diese Therapie dauert bis zu zwei Jahre und beinhaltet eine Sitzung von 50 Minuten Dauer pro Woche.
Die Kosten werden auf Antrag von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz kann mehrere Monate betragen.

3. Die Gesprächstherapie oder Gesprächspsychotherapie

Nach dem Begründer Carl Rogers können Problemursachen darin liegen, dass Menschen zuweilen ihre gemachten Erfahrungen nicht mit ihrem Selbstbild vereinbaren können (Inkongruenz zwischen Selbst und Erfahrung). Bei den Gesprächen geht es also um eine Art Selbsterforschung, wobei sich der Therapeut stets einfühlsam und wertschätzend verhält, so dass der Patient sich aufgehoben und verstanden fühlt und so über seine Probleme sprechen kann.

In den 4-Augen-Gesprächen erfragt der Therapeut die Gefühle des Patienten und er versucht, den Patienten zu verstehen und sich in ihn hinein zu versetzen.

Bei einer 50-minütigen Sitzung pro Woche dauert diese Therapie bis zu 1 1/2 Jahre, wobei sie nicht als gesetzliche Kassenleistung anerkannt wird. Die Kosten bewegen sich zwischen 80 und 120 EUR pro Sitzung. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz kann mehrere Monate betragen.

4. Die Verhaltenstherapie oder kognitive Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapeuten gehen davon aus, dass psychische Störungen ihre Ursachen in erlerntem problematischen Verhalten haben. Ziel ist das bewusste Erlernen von neuem, weniger oder unproblematischen Verhalten, wobei unbewusste Themen nicht Gegenstand der Therapie sind.

In Gesprächen und Übungen sollen die Klienten lernen, sich an konkreten Zielen zu orientieren und ihre innere Einstellung zu ändern. Darüber hinaus können Klienten während der Therapie z.B. mit Angst machenden Problemen konfrontiert werden, um so Stück für Stück zu erlernen, dass die Angst eigentlich unbegründet ist. Die zugrunde liegenden Ursachen der Angst oder anderen Probleme werden nicht behandelt. Zwischen den Sitzungsterminen kann es auch Hausaufgaben geben, wie das in der Sitzung Vermittelte im realen Leben auszuprobieren und Erfolge auch zu dokumentieren.

Eine Verhaltenstherapie dauert zwischen einem halben und zwei Jahren. Üblich sind Sitzungen einmal wöchentlich von 50 Minuten Dauer, daneben auch mehrstündige Trainings. Gesetzliche Krankenkassen können auf Antrag bis zu 80 Sitzungen erstatten. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz kann mehrere Monate betragen.

5. Synergetische Psychotherapie - Neuronal Balance 

Diese Therapieform bildet den Schwerpunkt unserer therapeutischen Arbeit.

Die Kernaussage dieser naturwissenschaftlich begründeten Methode (Synergetik) ist, dass Heilung nicht durch Symptom-Bekämpfung geschieht, sondern durch Selbstoptimierungsprozesse in den neuronalen Vernetzungen des Gehirns. (vgl. auch Psychotherapieforscher Klaus Grawe bzw. Neuropsychotherapie)
Das Ziel synergetischer Sitzungen ist es, im Zustand der Tiefenentspannung (ähnlich dem entspannten Zustand im autogenen Training) aufdeckende Verfahren mit aktiver Selbsterfahrung zu kombinieren und so genau diese Prozesse in Gang zu setzen.

Vergangene (möglicherweise belastende oder verdrängte) Lebensereignisse, Erfahrungen oder andere prägende Umstände können Ursache wie auch Auslöser von Erkrankungen oder anderen Problemen sein. Das neue Forschungsgebiet der Epigenetik weist sogar auf Ursachen, die im familiären Ursprungsfeld der Eltern und Großeltern liegen und zeigt deren Auswirkungen über Generationen hinweg. Die Epigenetik beschreibt, wie Gene von außen, also auch durch Erlebnisse, beeinflussbar sind. Der Begriff "Vererbung" kann daher völlig neu gesehen werden, denn genetische Vererbung ist kein unabwendbares Schicksal mehr.

Die Ursachen und Auslöser heutiger Probleme können in synergetischen Sitzungen aufgefunden, bearbeitet und aufgelöst werden. Durch diese sehr nachhaltige Art seelischer Konfliktlösung ist eine neuronale Strukturveränderung, d.h. die Entkoppelung von Gedanken und Emotionen einerseits und vegetativen sowie psychischen Vorgängen andererseits erreichbar. 

Ein im Ergebnis dieser Struktur-Optimierung wesentlich verbessertes Grund-Lebens-Gefühl steigert die eigene Handlungsfähigkeit, erhöht die seelische und körperliche Stabilität und wirkt sich so im Regelfall förderlich auf die Heilung von seelischen wie auch körperlichen Erkrankungen (Psychosomatik) aus. 
Die Methode ist als alternatives heilkundliches Verfahren anerkannt.

Mehr Infos Hier

Synergetische Therapiesitzungen dauern in der Regel bis zu 3 Stunden und finden je nach vorliegender Problematik oder Erkrankung ein bis drei mal pro Woche oder aber auch in größeren Abständen statt. Drei Viertel der Klienten unserer Praxis benötigen für eine erfolgreiche Therapie zwischen fünf und zehn Sitzungen. Ein Viertel benötigt weniger bzw. mehr Sitzungen. 

Von den gesetzlichen Kassen gibt es keine Erstattung. Von privaten KV, der Beihilfe oder von Zusatzversicherungen können Leistungen erstattet werden. 
Der Stundensatz beträgt 100 Euro, bzw. 80 Euro bei Barzahlung oder Vorabüberweisung.
Die Kosten für eine 3stündige Einzelsitzung betragen pauschal 210 Euro, bzw. 190 Euro bei Barzahlung oder Vorabüberweisung. 
Die Wartezeit auf einen Therapieplatz beträgt ein bis zwei Wochen.

Beachte, dass es unter Umständen sinnvoll ist, eine Psychotherapie NICHT mit der Krankenkasse abzurechnen. Der finanziellen Spätfolgen können überaus negativ sein.
Mehr dazu unter nachfolgendem Link:

Infos zum Thema "Psychotherapie und Krankenversicherung"

Im Rahmen unserer ambulanten psychoonkologischen Betreuung (Synergetische Krebsbegleitung) wird diese Therapiearbeit zunehmend in Anspruch genommen.

Mehr unter Psychoonkologie

6. Weitere alternative Therapieformen

Neben den hier aufgeführten Therapieformen gibt es zahlreiche weitere wirksame Verfahren, die zu einer großen Zahl in unser synergetisches Therapiekonzept integriert sind (Systemische Ansätze, Aufstellungsarbeit, Imaginationsverfahren u.a.). Einzelheiten finden Sie in unserem Lexikon:

Elemente des Synergetischen Neuronal Balance Konzeptes